Professionelle Praxisfotos sind ideal. Aber sie sind nicht immer sofort möglich, und viele Praxen haben jahrelang Fotos im Einsatz, die nie von einem Fotografen stammen. Das muss kein Nachteil sein. Mit den richtigen Grundprinzipien entstehen auch ohne Fotograf Bilder, die authentisch und einladend wirken.
Das Wichtigste: Licht
Schlechtes Licht macht aus jedem Foto ein schlechtes Foto. Gutes Licht macht selbst ein Smartphone-Bild zu einem brauchbaren Ergebnis. Das wichtigste Licht ist das Tageslicht. Fotografieren Sie tagsüber, wenn natürliches Licht durch die Fenster fällt.
Schalten Sie alle Deckenleuchten aus und nutzen Sie ausschließlich das Fensterlicht. Das ergibt weiche, natürliche Schatten und eine warme Atmosphäre, die künstliche Beleuchtung fast nie erzeugt. Wenn die Sonne direkt ins Bild fällt und harte Schatten erzeugt, hängen Sie einen weißen Vorhang oder ein weißes Laken vor das Fenster. Das streut das Licht und macht es weich.
Aufgeräumt, aber nicht steril
Der häufigste Fehler bei selbst gemachten Praxisfotos: Der Raum wird für das Foto vollständig leergeräumt und sieht dann aus wie ein unbelebter Showroom. Das wirkt weniger einladend als ein Raum, der gelebten Alltag zeigt.
Räumen Sie auf, aber lassen Sie Spuren des Alltags. Eine Pflanze, ein Magazin auf dem Tisch, eine Tasse auf dem Empfangstresen. Diese Details machen Räume menschlich. Sie zeigen, dass hier echte Menschen arbeiten und echte Patienten warten.
Perspektive und Bildausschnitt
Die meisten Menschen fotografieren auf Augenhöhe stehend. Das ist selten die interessanteste Perspektive. Probieren Sie niedrigere Standpunkte für Raumaufnahmen: Das lässt Räume großzügiger wirken. Für Portraits ist Augenhöhe korrekt, aber gehen Sie nah genug ran, dass das Gesicht einen bedeutenden Teil des Bildes ausfüllt.
Achten Sie auf den Hintergrund. Alles, was im Hintergrund zu sehen ist, ist Teil des Bildes. Ein Aktenstapel, ein unordentliches Regal oder ein Mülleimer im Hintergrund ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken vom eigentlichen Motiv ab. Bevor Sie abdrücken, scannen Sie kurz den gesamten Bildrahmen.
Menschen fotografieren
Fotos von Teammitgliedern gelingen besser, wenn die Person nicht weiß, dass „jetzt das Foto gemacht wird“. Die entspanntesten und authentischsten Bilder entstehen oft im Gespräch oder während jemand seiner Arbeit nachgeht. Bitten Sie die Person, etwas zu tun, zum Beispiel an einem Computer zu arbeiten oder eine Akte durchzublättern, und fotografieren Sie dabei.
Wenn es ein Portrait werden soll: Bitten Sie die Person, irgendwo hinzusehen, aber nicht in die Kamera. Schießen Sie mehrere Aufnahmen. Dann bitten Sie sie, kurz in die Kamera zu sehen. Oft sind die natürlichsten Fotos die, die entstehen, wenn die Person gerade nicht „auf das Foto wartet“.
Quantität hilft
Gute Fotos entstehen selten beim ersten Versuch. Machen Sie viele Aufnahmen desselben Motivs mit leicht unterschiedlichen Winkeln, Abständen und im richtigen Moment des Ausdrucks. Aus zwanzig Aufnahmen wählen Sie die eine aus, die wirklich funktioniert. Das kostet nichts, weil das Fotografieren kostenlos ist.
Nach dem Fotografieren
Selbst gute Fotos können durch minimale Nachbearbeitung verbessert werden. Helligkeit und Kontrast leicht anpassen, Weißabgleich korrigieren, wenn Farben zu gelblich oder zu bläulich wirken. Dafür reicht eine kostenlose App auf dem Smartphone. Keine Filter, keine drastischen Bearbeitungen, nur kleine Korrekturen, die das Bild natürlicher machen.