Bevor ein neuer Patient zum ersten Mal in eine Praxis kommt, hat er meistens bereits entschieden, ob er ein gutes Gefühl hat. Diese Entscheidung fällt zu einem großen Teil auf Basis von Bildern. Und kein Bild auf einer Praxiswebsite wird so genau betrachtet wie das Teamfoto.
Was Patienten in Teamfotos suchen
Patienten, die ein Teamfoto ansehen, machen eine unbewusste Einschätzung: Wirken diese Menschen zugänglich? Wirken sie kompetent? Würde ich mich bei diesen Menschen wohlfühlen? Das geschieht in Sekunden, ohne bewusste Analyse.
Fotos, auf denen das Team starr und formell in einer Reihe steht, strahlen meistens Distanz aus. Nicht weil die Personen distanziert wären, sondern weil die Situation es erzwingt. Wer für ein Foto aufgestellt wird wie für ein Schulfoto, sieht auf dem Foto entsprechend aus.
Fotos, die Menschen in ihrer Umgebung zeigen, also im Gespräch, bei der Arbeit oder einfach natürlich an einem Ort, den sie kennen, erzeugen Vertrautheit. Das Gehirn interpretiert natürliche Bilder als echt und reagiert darauf anders als auf konstruierte Posen.
Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Teamfoto
Ein gutes Teamfoto zeigt echte Menschen in einer echten Situation. Die Kleidung passt zur Praxis, ist ordentlich aber nicht künstlich. Die Haltungen sind natürlich. Die Gesichter sind entspannt, nicht übermäßig breit lächelnd wie in einer Zahncreme-Werbung.
Ein schlechtes Teamfoto entsteht meistens unter Zeitdruck, mit schlechtem Licht, gegen einen unpassenden Hintergrund, oder mit Anweisungen wie „Sagt mal alle Käse“. Das Ergebnis sieht man. Es wirkt angestrengt.
Auch der Hintergrund spielt eine Rolle. Ein weißer Hintergrund ohne Kontext zeigt nichts über die Praxis. Der Eingangsbereich, der Empfangstresen oder ein Flur mit ruhiger Atmosphäre sagt dem Besucher gleichzeitig etwas über den Ort.
Einzelportraits versus Gruppenbild
Viele Praxiswebsites haben beides: ein Gruppenbild und einzelne Portraits. Das ist gut, weil es verschiedene Bedürfnisse anspricht. Das Gruppenbild zeigt den Zusammenhalt des Teams. Die Einzelportraits erlauben es dem Patienten, sich mit einer Person zu identifizieren oder jemanden wiederzuerkennen.
Wenn Einzelportraits verwendet werden, sollten sie visuell konsistent sein. Gleiches Licht, gleicher Hintergrund oder zumindest ähnliche Atmosphäre. Wenn das Bild des Zahnarztes professionell fotografiert wurde und die Bilder der Assistentinnen schnell mit dem Smartphone aufgenommen wurden, wirkt das uneinheitlich. Und Uneinheitlichkeit sendet das Signal: Hier wurde nicht mit der gleichen Sorgfalt auf alle Teammitglieder geachtet. Das ist oft nicht die Botschaft, die eine Praxis senden möchte.
Aktualität der Fotos
Ein häufig übersehenes Problem: Teamfotos, die Jahre alt sind. Ein Patient, der auf der Website ein Foto aus 2019 sieht und dann in der Praxis Personen vorfindet, die anders aussehen oder gar nicht mehr da sind, erlebt eine kleine Enttäuschung. Das ist kein großes Problem, aber es häuft sich.
Teamfotos sollten aktualisiert werden, wenn neue Personen ins Team kommen, wenn jemand die Praxis verlässt, oder spätestens alle drei bis vier Jahre. Das ist kein großer Aufwand, aber es hält die Website ehrlich.
Was das Foto leistet, das kein Text kann
Ein Teamfoto transportiert etwas, das keine Textbeschreibung erreicht: das Gefühl der Praxis. Wärme, Ruhe, Kompetenz, Zugänglichkeit. Diese Eigenschaften lassen sich beschreiben, aber erleben werden sie visuell. Deshalb ist das Teamfoto kein optionales Element, sondern ein zentrales.