Wer eine Praxiswebsite von Grund auf neu gestalten lässt, steht vor einer Entscheidung, die unterschätzt wird: Was von der alten Website wird übernommen, und was wird ersetzt? Die Antwort beeinflusst nicht nur das Budget, sondern auch die Sichtbarkeit in Suchmaschinen und die Kontinuität für bestehende Patienten.
Was auf keinen Fall verloren gehen darf
URL-Struktur und interne Verlinkungen sind das, was Suchmaschinen kennen. Wenn eine Seite seit Jahren unter einer bestimmten Adresse erreichbar ist und diese Adresse im Zuge des Relaunches ändert, verliert sie zunächst alle Suchmaschinenplatzierungen, die über die Jahre aufgebaut wurden. Das ist kein kleines Problem.
Wer die URLs verändert, muss sicherstellen, dass alle alten Adressen auf die neuen weiterleiten. Diese sogenannten Redirects müssen sorgfältig geplant und technisch korrekt umgesetzt werden. Wer das vergisst oder übersieht, verliert wertvolle Sichtbarkeit und muss sie mühsam wieder aufbauen.
Was ersetzt werden sollte
Inhalte, die nicht mehr zur Praxis passen, also veraltete Informationen, überholt wirkende Formulierungen oder Leistungsbeschreibungen, die die Praxis nicht mehr anbietet, sollten beim Relaunch überarbeitet oder gelöscht werden. Ein Relaunch ist eine Gelegenheit, nicht nur das Design zu erneuern, sondern auch die Inhalte zu hinterfragen.
Bilder, die aus der Zeit gefallen sind, die Stockfotos zeigen oder die nicht mehr dem aktuellen Team entsprechen, sollten ersetzt werden. Das ist einer der wichtigsten Schritte bei einem Relaunch, weil Bilder den ersten visuellen Eindruck einer neuen Website prägen.
Was mitgenommen werden kann
Texte, die gut funktionieren und aktuell sind, müssen nicht neu geschrieben werden. Wenn eine Leistungsseite seit Jahren konstant Anfragen generiert, ist es sinnvoller, sie zu überarbeiten als zu ersetzen. Dasselbe gilt für Inhalte, die in Suchmaschinen gut platziert sind. Diese sollten nicht ohne Not verändert werden.
Bewertungen und externe Präsenz
Google-Bewertungen, Einträge in Branchenverzeichnissen und Links von externen Seiten auf die eigene Website sind unabhängig vom Relaunch. Sie bleiben bestehen, sofern die Domain gleich bleibt. Ein Domainwechsel hingegen bedeutet den Verlust aller externen Links und Suchmaschinenrankings. Das sollte nur mit sehr gutem Grund und entsprechender Planung erfolgen.
Der Zeitplan
Ein Relaunch braucht Zeit. Von der ersten Konzeptphase bis zur Veröffentlichung sind drei bis sechs Monate realistisch, wenn Fotoshooting, Textentwicklung und technische Umsetzung sorgfältig geplant werden. Wer unter Zeitdruck einen Relaunch durchführt, riskiert, dass wichtige Details übersehen werden.
Der häufigste Fehler beim Relaunch
Der häufigste und kostspieligste Fehler beim Relaunch: URLs werden geändert, ohne dass Weiterleitungen gesetzt werden. Das passiert, weil im Eifer des Projekts technische Details übersehen werden. Es passiert auch, weil manche Dienstleister das SEO-Management nicht als Teil ihres Auftrags sehen. Wer beim Briefing explizit darauf besteht, dass alle alten URLs korrekt weitergeleitet werden, verhindert dieses Problem.
Inhalte, die gern vergessen werden
Neben den offensichtlichen Seiten gibt es Inhalte, die beim Relaunch selten aktiv überprüft werden: Datenschutzerklärung, Impressum, Nutzungsbedingungen. Diese sind rechtlich relevant und müssen beim Relaunch geprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Ein Anwalt, der auf Medizinrecht oder digitales Recht spezialisiert ist, kann hier schnell Klarheit schaffen.
Checkliste für den Übergang
Vor dem Go-Live sollte eine kurze Checkliste abgearbeitet werden: Sind alle alten URLs mit korrekten Weiterleitungen versehen? Ist das Kontaktformular getestet und funktioniert es? Stimmen Telefonnummer und Öffnungszeiten? Ist Google My Business aktualisiert? Wurde Google Search Console mit der neuen Sitemap versorgt? Wer diese Punkte abhakt, verhindert die häufigsten technischen Probleme nach dem Launch.