Viele Praxen beauftragen einen Website-Relaunch und erwarten, dass das neue Design die alten Probleme löst. Wenn die Texte schlecht waren, werden sie im neuen Design immer noch schlecht sein. Wenn die Bilder veraltet sind, sehen sie im neuen Layout immer noch veraltet aus. Design ist der Rahmen, nicht das Bild.
Warum Inhalte über Design gestellt werden müssen
Ein Relaunch beginnt idealerweise nicht mit der Designfrage, sondern mit der Inhaltsfrage. Was soll die neue Website sagen? Wer soll sie ansprechen? Welche Fragen soll sie beantworten? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ergibt die Designentscheidung einen Kontext.
In der Praxis läuft es oft umgekehrt. Der Designentwurf steht, und dann werden schnell die alten Texte hineingelegt, weil keine Zeit mehr war, neue zu schreiben. Das Ergebnis ist eine neue Website mit altem Inhalt. Sie sieht frischer aus, aber sie arbeitet nicht besser.
Welche Inhalte beim Relaunch überarbeitet werden sollten
Mindestens diese Bereiche sollten beim Relaunch inhaltlich neu gedacht werden: die Startseite, die Über-uns-Seite und die wichtigsten Leistungsseiten. Das sind die Seiten, die am häufigsten besucht werden und den größten Einfluss auf den ersten Eindruck haben.
Die Startseite entscheidet in den ersten Sekunden, ob jemand bleibt oder geht. Wenn der Text dort seit Jahren nicht verändert wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er nicht mehr die aktuelle Positionierung der Praxis widerspiegelt.
Fotos als Teil des Inhalts
Fotos sind Inhalte. Sie müssen beim Relaunch genauso hinterfragt werden wie Texte. Wenn die Praxis seit dem letzten Fotoshooting renoviert wurde, neue Teammitglieder gewonnen hat oder schlicht modernere Fotos haben möchte, ist der Relaunch-Zeitpunkt ideal, um diesen Schritt zu gehen.
Wer den Relaunch mit neuem Design startet, aber die alten Fotos beibehält, erzeugt einen visuellen Widerspruch. Das neue Layout betont die Fotos anders, und alte Fotos können in einem modernen Layout genauso deplatziert wirken wie alte Fotos auf einer veralteten Website.
Texte, die mit dem Relaunch wachsen
Beim Relaunch müssen nicht alle Texte neu geschrieben werden. Seiten, die gut funktionieren, können überarbeitet und aktualisiert werden. Seiten, die nie funktioniert haben, sollten grundlegend neu gedacht werden. Seiten, die fehlen, sollten ergänzt werden.
Ein Relaunch ist die Gelegenheit, endlich die Inhalte zu schaffen, die seit Jahren fehlen: eine echte Angst-Seite für Angstpatienten, eine klare Erklärung der häufigsten Behandlungen, eine Über-uns-Seite, die tatsächlich ein Bild der Praxis und des Teams vermittelt.
Wer Inhalte liefert
Die größte offene Frage bei jedem Relaunch: Wer schreibt die Texte? Viele Dienstleister übernehmen das als Teil des Projekts. Andere erwarten, dass die Praxis die Texte selbst liefert. Wer das nicht vorab klärt, steht irgendwann mitten im Projekt ohne Inhalte da und blockiert den weiteren Fortschritt. Diese Frage sollte im Briefing und im Vertrag explizit geregelt sein.
Inhalte als fortlaufende Aufgabe
Ein Relaunch schafft eine neue Grundlage. Aber Inhalte sind keine einmalige Angelegenheit. Wer nach dem Relaunch weiterhin neue Inhalte ergänzt, also neue Leistungsseiten, aktualisierte Teamfotos, einen Blog, bleibt relevant und signalisiert Suchmaschinen kontinuierliche Aktivität.